Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

Wilhelm Weidemann, Aus dem Tagebuche eines Kasseler Kriegsfreiwilligen, 1914

Themengruppe: Erster Weltkrieg
Typ: Tagebücher
Beschreibung: Der im Druck nicht genannte Kasseler Autor dieses Tagebuchs war Wilhelm Weidemann, geboren am 23. Juni 1893 in Elgershausen bei Kassel als Sohn des Lehrers Konrad Weidemann (später wohnhaft in Kassel, Diakonissenstraße 10). Nach dem Abitur immatrikulierte sich Wilhelm Weidemann zum Sommersemester 1912, in den Fächern Deutsch und Geschichte an der Universität Leipzig. Wie er selbst schreibt, war das Sommersemester 1914 sein 5. Semester.

Am 10. August exmatrikuluierte er sich ien Leipzig, um als Kriegsfreiwilliger in das Heer einzutreten. Schon am 4.8.1914 hatte er sich in Kassel gemeldet und wurde dem Infanterie-Regiment Nr. 83 zugeteilt, mit dem er den von ihm beschriebenen Einsatz an der Westfront mitmachen sollte. Nach einer Kurzausbildung in Kassel und Arnstadt in Thüringen wurde er mit seiner Einheit am 12. Oktober 1914 nach Belgien verlegt, wo er schon nach nicht einmal 3 Wochen, am 1. November 1914, verwundet wurde. Mn brachte ihn nach Kassel zurück in das Reserve-Lazarett am Akazienweg 9.

Vermutlich war er auch nach seiner Genesung noch nicht wieder einsatzfähig, so dass er nicht an die Front zurückkam, sondern sich am 18. März 1915 erneut in Leipzig immatrikulieren konnte. Auf seiner Leipziger Studienkarte ist nachgetragen, dass er dann am 18.Juni 1915 als Gefreiter der 3. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 234 zugeteilt wurde. Am 23.8.1915 wurde er Offiziers-Aspirant, am 16.1.1917 Leutnant der Reserve. Am 12.1.1919, einen Monat nach dem Waffenstillstand, schließlich schied er offiziell aus dem Heeresdienst aus. Gut drei Monate später, am 19. April 1919, hatte er offenbar sein Studium beendet und erhielt sein Zeugnis, mit dem er die Universität verließ.

Wilhelm Weidemann trat danach in den Schuldienst ein und arbeitete als Lehrer. Zuletzt war er seit 1945 Direktor des Gymnasiums in Melsungen. Er schied 1961 aus dem Dienst aus und starb 1966.
Autor/in: Wilhelm Weidemann
Laufzeit: 1914
Bezugsort: Kassel | Historisches Ortslexikon
Original: unbekannt
Drucknachweis: Hessenland. Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur [Elektronische Ressource], 1915, S. 234-236, 252-254, 264-266, 281-283, 296-298, 313-316, 328-330, 343-345, 373.378. Danach gedruckt in: Kasseler Soldaten im Ersten Weltkrieg, hrsg. von Bettina Dodenhoeft, 2014, S. 12-63 (mit Auslassungen).
Bearbeitungsrichtlinien: Der Text folgt dem Erstdruck im Hessenland 1915.
Bearbeiter/in: Otto Volk
Empfohlene Zitierweise: „Wilhelm Weidemann, Aus dem Tagebuche eines Kasseler Kriegsfreiwilligen, 1914“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <http://www.lagis-hessen.de/de/purl/resolve/subject/qhg/id/138> (aufgerufen am 20.11.2017)
Faksimile: Kein Faksimile vorhanden
 
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