Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

Militärpaß und Soldbuch des Soldaten Heinrich Jeude aus Frohnhausen bei Battenberg

Themengruppe: Erster Weltkrieg
Typ: Persönliche Dokumente
Beschreibung: Heinrich Jeude wurde am 7. Oktober 1873 in Frohnhausen bei Battenberg als Sohn des Schneidermeisters Ludwig Jeude geboren. Auch Heinrich erlernte das Schneiderhandwerk und wurde wie sein Vater Schneidermeister. Daneben betrieb er auch eine kleine Landwirtschaft. Kurz nach seinem 20. Geburtstag, am 16. Oktober 1893, trat Heinrich Jeude als Ersatz-Rekrut seine zweijährige Militärzeit beim Infanterie-Regiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16 an, das zu dieser Zeit in Köln stationiert war. Im Mai 1900 wurde er zu einer zweiwöchigen Reserveübung beim Infanterie-Regiment Nr. 167 in Kassel eingezogen. Am 24.4.1901 trat er zur Landwehr 1. Aufgebots, fünf Jahre später zur Landwehr 2. Aufgebots über. Heinrich Jeude heiratete am 14. Juni 1903 Katharina geb. Lettermann aus Battenberg und hatte mit ihr 1 Kind.

Zu Beginn des Krieges war Heinrich Jeude bereits 40 Jahre alt und gehörte damit zum Landsturm. Am 17.3.1915 wurde er zum 2. Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon Weimar eingezogen. Am 1.10.1915 beförderte man ihn zum überzähligen Gefreiten, am 12.4.1916 zum etatsmäßigen Gefreiten. Im August 1916 wurde er zum 26. Reserve-Korps versetzt und nahm mit dem Landwehr-Infanterie-Regiment 435 an Stellungskämpfen an der Yser in Westflandern teil. Ende Februar 1917 kam er durch eine Versetzung zum II. Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon Limburg in Heimatnähe zurück. Nachdem ihn die Ärzte der General-Musterungskommission am 19.3.1917 als „kriegsverwendungsfähig“ eingestuft hatten, wurde er zum 3. Landsturm-Infanterie-Ersatz-Bataillon XI/14 in Niederzwehren bei Kassel versetzt, wo er zur Wachmannschaft des dortigen großen Kriegsgefangenenlagers gehörte. Im Laufe des Jahres 1917 wurde ihm mehrfach Landwirtschaftlicher Urlaub, teilweise ohne Gebühren, erteilt. Nach einer nochmaligen Versetzung nach Sondershausen in Thüringen wurde er schließlich Anfang 1918 als Facharbeiter für die Erzgrube Fremdenglück in Battenberg freigestellt und kam bis zum Kriegsende nicht mehr zur Truppe zurück. Heinrich Jeude starb am 28.4.1955 im Alter von 82 Jahren.

Für die freundliche Überlassung des Militärpasses und des Soldbuchs des Heinrich Jeude zur wissenschaftlichen Bearbeitung gebührt Herrn Karl Heinz Winter, Battenberg, ein besonderer Dank.
Autor/in: Heinrich Jeude
Laufzeit: 1915-1918
Bezugsort: Frohnhausen | Historisches Ortslexikon
Original: Privatbesitz
Drucknachweis: ungedruckt
Rechte: Beim Eigentümer
Bearbeiter/in: Otto Volk
Empfohlene Zitierweise: „Militärpaß und Soldbuch des Soldaten Heinrich Jeude aus Frohnhausen bei Battenberg“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <http://www.lagis-hessen.de/de/purl/resolve/subject/qhg/id/64> (aufgerufen am 22.11.2017)
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