Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

Feldpostbriefe und -karten des Jägers Karl Ulmer aus Marburg an seine Familie, 1918

Themengruppe: Erster Weltkrieg
Typ: Feldpostbriefe und -karten
Beschreibung: Die folgenden Feldbriefe und -postkarten schrieb der in Kassel geborene Marburger Karl Heinrich Christian Ulmer seiner Mutter Wilhelmine Ulmer, geb. Maurer, seiner Schwester Else und seinem Vater Anton. Dieser war von Beruf Gerichtsvollzieher und stand seit Mitte 1916 als Feldwebelleutnant beim 2. Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 141 in Graudenz (heutiges Grudziądz in Pommern, Nordpolen) im Militärdienst (Vgl. Ausgabeanweisung der Königlichen Justizhauptkasse an die Gerichtskasse in Marburg vom 7.10.1916, Nachlass Ulmer.). Die Briefe umfassen einen Zeitraum von vier Wochen, die Karl Ulmer beginnend mit dem Transport von Köln nach Origny (Frankreich) an der Westfront verbrachte. In der Hoffnung, dass der Sohn „[…] noch lange in Marburg bleiben [kann]“ äußerte sich Anton Ulmer über das Bestreben des Sohnes eine militärische Verwendung zu finden in einem Brief vom 2. Februar 1918 folgendermaßen: „Versäumen wirst Du nichts, denn es ist immer noch besser zu Hause als an der Front.“ Zu diesem Zeitpunkt befand sich Anton Ulmer bereits als Leiter der Minenwerferabteilung in Orchies, Nordfankreich. Als Karl Ulmer im 1. Truppenteil des Jäger- Ersatz-Bataillons 11 der Division Funker Abteilung 15 an der Westfront eingesetzt wird, findet ein reger brieflicher Austausch zwischen den Familienmitgliedern, insbesondere zwischen Mutter und Sohn statt. Etwaige Schwierigkeiten in der Heimat treten in den Briefen hinter den Sorgen um den Sohn zurück. Einige dieser Briefe sind erst nach dem Tod Ulmers verfasst und abgesendet worden; die Nachricht vom Tod des Sohnes erreichte die Marburger Familie erst einige Tage später. Diese Briefe wurden sodann zum Absender in der Orleansstraße 7 in Marburg (heutige Friedrich-Naumann-Straße. Vgl. Projekt Marburger Straßennamen, Stand: 1.12.2014 sowie Kirschner, Albrecht: Das Jägerbataillon Nr. 11 „Marburger Jäger“. Skizze zur Geschichte einer militärischen Einheit 1866 bis 1913, in: Geschichtswerkstatt Marburg (Hg.): Zur Geschichte und Nachgeschichte der Marburger Jäger, Marburg 2013, S. 30.) retourniert. Am 22. März 1918 verstarb Ulmer im Alter von 19 Jahren an seinen in Frankreich erlittenen Verwundungen. Nach einer Umbettung wurde Ulmer auf dem Soldatenfriedhof St. Quentin „St. Martin“ im Departement Aisne bestattet, der ca. 36 km von Laon entfernt liegt. Heute wird der Friedhof vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterhalten. (Vgl. Kriegsgräberstätte St. Quentin, Stand: 12.12.2014.). Der Nachlass von Karl Ulmer besteht über das in Lagis präsentierte Material aus undatierten Fotografien, Bildpostkarten und Notizen.
Autor/in: Karl Heinrich Christian Ulmer
Laufzeit: 1918
Bezugsort: Marburg
Original: Privatbesitz
Drucknachweis: ungedruckt
Rechte: Mit freundlicher Genehmigung von Frau Inge Ulmer-Bihler, Weimar-Wolfshausen
Bearbeitungsrichtlinien: Bislang noch nicht aufgelöste Wörter sind mit […] gekennzeichnet.
Bearbeiter/in: Friederike Witek
Empfohlene Zitierweise: „Feldpostbriefe und -karten des Jägers Karl Ulmer aus Marburg an seine Familie, 1918“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <http://www.lagis-hessen.de/de/purl/resolve/subject/qhg/id/98> (aufgerufen am 22.11.2017)
Faksimile: Kein Faksimile vorhanden
 
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