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Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

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Kaiser Wilhelm II. beim Gordon-Bennett-Rennen in Bad Homburg, 17. Juni 1904

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Rennwagen auf der Füllerstraße in Oberursel, 17. Juni 1904

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Ansichtskarte zum Gordon-Bennett-Rennen im Taunus am 17. Juni 1904

Gordon-Bennett-Autorennen in Homburg v.d.H., 17. Juni 1904

Mit dem an der Saalburg bei Homburg vor der Höhe gestarteten 5. Gordon-Bennett-Rennen wird eines der angesehensten internationalen Automobilrennen erstmals in Deutschland ausgetragen. Das nach dem Initiator, dem amerikanischen Zeitungsverleger James Gordon Bennett junior (1841–1918) benannte Rennen, das in den Jahren 1900 bis 1905 jährlich gestartet wird, soll dem Leistungsvergleich der nationalen Automobilhersteller und Automarken dienen. Aus jedem Land sind drei Fahrzeuge zugelassen, die mit allen Teilen in diesem Land hergestellt worden sein müssen. Die Rennstrecke über Usingen — Weilburg — Limburg — Neuhof — Idstein — Esch — Königstein — Oberursel — Bad Homburg ist 141 Kilometer lang und muss viermal durchfahren werden.

Beim Rennen, zu dem auch Kaiser Wilhelm II. als Zuschauer gekommen ist, übernimmt der Frankfurter Automobilklub die Kontrollstellen in Homburg und Oberursel. Das Frankfurter Tiefbauamt kommt mit sechs Zweispänner Sprengwagen, um den durch den Staub entstehenden Gefahren für die Rennfahrer und das Publikum vorzubeugen (Frankfurt-Chronik).

Nachdem im Vorjahr im irischen Athy ein Mercedes-Wagen gesiegt hatte, gewinnt 1904 in Homburg der Franzose Léon Théry auf einem Richard-Brasier mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 87 km/h. Der belgische Fahrer Camille Jenatzky (1868–1913) wird auf Mercedes Zweiter.

Kaiser Wilhelm II. telegrafiert an den französischen Präsidenten Loubet: Ich beeile Mich, Ihnen zu dem Siege Glück zu wünschen, den die französische Industrie soeben davongetragen hat und dessen Zeuge Ich zu Meiner Freude gewesen bin. Der dem Sieger vom Publikum bereitete Empfang beweist, wie sehr ein durch Intelligenz und mutiges Streben auf einem Gebiet von beiderseitigem Interesse errungener Sieg dazu dient, Gefühle frei von Rivalität zu erzeugen. Der französische Präsident Loubet erwidert in seinem Telegramm: Ich bin Ew. Majestät ganz besonders für das liebenswürdige Telegramm und für die Gesinnung dankbar, aus der es hervorgegangen. Der Erfolg der französischen Industrie konnte nicht besser gewürdigt werden als von der deutschen Industrie, die vollständig würdig war, ihn zu erlangen.

Nach dem Rennen von 1905 in der Auvergne wird das Gordon-Bennett-Rennen eingestellt und vom Grand Prix abgelöst.
(OV)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Gordon-Bennett-Autorennen in Homburg v.d.H., 17. Juni 1904“, in: Zeitgeschichte in Hessen <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/308> (Stand: 16.8.2017)
Ereignisse im Mai 1904 | Juni 1904 | Juli 1904
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