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Ausstellung zu Klassizismus und Romatik auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, 19. November 1978

Auf der Mathildenhöhe in Darmstadt wird die bis zum 14. Januar 1979 dauernde Ausstellung »Georg Moller und August Lucas – Darmstadt in der Zeit des Klassizismus und der Romantik« eröffnet. Sie beschreibt den städtebaulichen Aufschwung der mittelalterlichen Kleinstadt zur Residenz und Hauptstadt vor dem historischen Hintergrund gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen. Die von Mitarbeitern des Instituts Mathildenhöhe und des Hessischen Staatsarchivs gemeinsam zusammengestellte Schau gliedert sich in drei Teile: im ersten Teil werden die politischen, wirtschaftlichen und geistigen Strömungen der Zeit dargestellt, der zweite Teil blickt zurück auf das Lebenswerk Georg Mollers. Ein dritter Teil zeigt schließlich die Darmstädter Maler dieser Epoche, darunter Carl Philipp Fohr (1795–1818), Wilhelm Harnier, Georg Wilhelm Issel (1785–1870), August Lucas und Johann Heinrich Schilbach.

Der Architekt und Stadtplaner Georg Adolph Hermann Moller (1784–1852) gilt neben Karl Friedrich Schinkel und Leo von Klenze als wichtigster deutscher Architekt des Klassizismus und der Romantik. Er prägte das klassizistische Erscheinungsbild Darmstadts. Er wurde 1810 zum Oberbaurat und Hofbaudirektor des Großherzogtums Hessen-Darmstadt ernannt. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die St.-Ludwigs-Kirche in Darmstadt (erbaut 1822 bis 1827), die dort als erster katholischer Sakralbau nach der Reformation entstand, das ehemalige Landestheater Darmstadt, das seit 1993 als hessisches "Haus der Geschichte" unter anderem das Hessische Staatsarchiv beherbergt, das Staatstheater Mainz, sowie das Stadtschloss Wiesbaden der Herzöge von Nassau. Ferner war Moller auch für die Landgrafen von Hessen-Homburg und den Fürsten Klemens von Metternich tätig.

August Lucas (1803–1863) war ein deutscher Grafiker und Landschaftsmaler der Romantik. In Darmstadt geboren, besuchte er ab 1825 die Akademie in München. Ein Stipendium des Darmstädter Großherzogs erlaubte es ihm im Oktober 1829 über Mailand nach Rom zu reisen, wo er bis 1834 blieb und anschließend aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen wieder nach Darmstadt zurück kehrte. Hier befasste er sich vor allem mit der Darstellung von Landschaften, Motive seiner Gemälde bildeten die aus Italien mitgebrachten Eindrücke und die Umgebung Darmstadts. Ab 1841 unterrichtete er an zwei Darmstädter Schulen als Zeichenlehrer. Nach einer weiteren Italienreise im Jahre 1850 entwarf Lucas 1854 die Festsaaldekoration für das von Georg Moller errichtete Haus der Vereinigten Gesellschaft zu Darmstadt. 1861 war er Mitbegründer der Darmstädter Künstlergesellschaft.

Darmstadts Oberbürgermeister Heinz Winfried Sabais (1922–1981) hebt bei seiner Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung die weit über die Region hinausgehende Bedeutung der gezeigten Künstler hervor, die den kulturgeschichtlichen Rang der Stadt mitbegründet haben.

Das Ausstellungsthema trifft auf breites Interesse der Öffentlichkeit, was an der ungewöhnlich gut besuchten Vernissage abzulesen ist. Im Januar 1979, wenige Tage vor dem geplanten Ende der Ausstellung, teilt der Darmstädter Kulturreferent Bernd Krimmel (geb. 1926) mit, dass die Schau wegen der starken Publikumsresonanz um zwei Wochen verlängert wird und noch bis zum 23. Januar auf der Mathildenhöhe gezeigt werden soll.
(KU)

Belege
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.1978, S. 35: Darmstadts Aufstieg zur Residenz: Ausstellung findet bei den Bürgern viel Interesse.
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.1.1979, S. 54: Musik zur Ausstellung.
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Ausstellung zu Klassizismus und Romatik auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, 19. November 1978“, in: Zeitgeschichte in Hessen <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/1407> (Stand: 29.8.2017)
Ereignisse im Oktober 1978 | November 1978 | Dezember 1978
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