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Beisetzung des ehemaligen Bundesaußenministers von Brentano, 19. November 1964

Der am 14. November verstorbene frühere Bundesaußenminister Heinrich von Brentano (1904–1964; CDU) wird in Darmstadt mit einem Staatsbegräbnis geehrt. Bei dem der Bestattung vorausgehenden Requiem in der St.-Ludwigs-Kirche sind neben den Angehörigen auch Bundespräsident Heinrich Lübke (1894–1972; CDU), Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier (1906–1986; CDU), der hessische Ministerpräsident und amtierende Bundesratspräsident Georg August Zinn (1901–1976; SPD), und der CDU-Vorsitzende und ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876–1967) zugegen, ferner die Mitglieder des Bundeskabinetts, die Ministerpräsidenten der Länder, sowie zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps, der Geistlichkeit und der Bundeswehr. Brentano wird im Anschluss an die Zeremonie auf dem Darmstädter Waldfriedhof beigesetzt.

Der in Offenbach am Main geborene Jurist arbeitete von 1946 bis 1949 als Abgeordneter im Hessischen Landtag und war dort ab 1947 Vorsitzender der CDU-Fraktion. 1948 bis 1949 wirkte er als stellvertretender Vorsitzender des Hauptausschusses und des Ausschusses für das Besatzungsstatut im Parlamentarischen Rat, dessen Entwurf für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland am 8. Mai 1949 verabschiedet wurde. Heinrich von Brentano gehörte von 1949 bis zu seinem Tod dem Deutschen Bundestag an und bekleidete dort vom 15. September 1949 bis zum 15. Juni 1955 sowie erneut ab dem 24. November 1961 bis zu seinem Tode den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 1955 beruft ihn Bundeskanzler Konrad Adenauer als Bundesminister des Auswärtigen in die amtierende Bundesregierung („Kabinett Adenauer II“, 20. Oktober 1953 bis 29. Oktober 1957). Nach der Wahl zum 4. Deutschen Bundestag tritt er Ende Oktober 1961 von diesem Amt zurück.1
(KU/LV)


  1. Brentanos Amtszeit beginnt mit der Vereidigung am 6. Juni 1955 und dauert bis zum 30. Oktober 1961, als er rückwirkend zum 28. Oktober seinen Verzicht auf das Amt erklärt.
Belege
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 20.11.1964, S. 1: Heinrich von Brentano beigesetzt.
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 20.11.1964, S. 4: Abschied von Heinrich von Brentano: Bericht über die Beisetzung des früheren Bundesaußenministers in Darmstadt / von Klaus Dreher.
Weiterführende Informationen
  • HeBIS Koch, Roland (Hrsg.) / Kroll, Frank-Lothar (Red.): Heinrich von Brentano : ein Wegbereiter der europäischen Integration. Hrsg. vom Hessischen Ministerpräsidenten, München 2004.
  • Wikipedia: Waldfriedhof Darmstadt (Stand: 29.10.2012).
Empfohlene Zitierweise
„Beisetzung des ehemaligen Bundesaußenministers von Brentano, 19. November 1964“, in: Zeitgeschichte in Hessen <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/1197> (Stand: 22.9.2017)
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