Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

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Die brennende Synagoge während der Pogromnacht in Marburg,
9./10. November 1938

Literatur

Reichspogromnacht Buchsymbol · Reichskristallnacht Buchsymbol · Kristallnacht Buchsymbol

Reichspogromnacht

Um den 9. November 1938 wurden im ganzen Reich Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand gesteckt, zerstört oder beschädigt. Viele Juden wurden misshandelt, gedemütigt oder inhaftiert. Das Attentat des jungen polnischen Juden Herschel Grynszpan an dem deutschen Diplomaten Ernst vom Rath in Paris wurde von der Führung der NSDAP zum Anlass genommen, um in einer gezielten und gut geplanten Aktion gegen die Juden im Reich und gegen jüdische Einrichtungen vorzugehen. In der nationalsozialistisch gelenkten Presse wurden die vermeintlich spontanen Aktionen unter dem beschönigenden Begriff der „Reichskristallnacht“ zusammengefasst. Als Tag der vor allem von der SA durchgeführten Pogrome wurde gezielt der 9. November (der Jahrestag des Hitlerputsches von 1923) gewählt.
Die Nachrichten zu den Aktionen in hessischen Städten und Gemeinden zeigen jedoch, dass die ersten Maßnahmen gegen die Juden schon am 7. November begannen und einzelne bis zum 10. November andauerten. Das amtliche und parteiinterne Schriftgut, die Bilddokumente und die Zeitungsberichte sowie die nach 1945 bei der juristischen Aufarbeitung der Ereignisse gemachten Zeugenausgaben geben ein Bild von den Aktionen im Zusammenhang der Novemberpogrome. Sie zeigen in der Folge aber auch, dass damit das gewaltsame Ende der jüdischen Gemeinden in Hessen eingeleitet und oft auch vollzogen wurde.

Sachbegriffe
Reichspogromnacht · Judenpogrome ·
Einträge
  1. Verwüstung der Synagoge und jüdischer Einrichtungen in Kassel, 7. November 1938
  2. Zerstörung von jüdischen Einrichtungen in Bebra, 7. November 1938
  3. In Zierenberg kommt es zu schweren Ausschreitungen gegen jüdische Einrichtungen und Wohnstätten jüdischer Mitbürger, 7. November 1938
  4. Jüdische Bürger in Sontra (Werra-Meißner-Kreis) werden Opfer von brutalen Übergriffen, 7. November 1938
  5. Gewalttätige Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger in Rotenburg an der Fulda, 7. - 8. November 1938
  6. Ausschreitungen gegen jüdische Einrichtungen in Alheim-Baumbach, 7.-8. November 1938
  7. Anweisungen zum Ablauf der Aktionen gegen Juden in den Novemberpogromen, 9. November 1938
  8. Chef der Geheimen Staatspolizei ordnet Vorbereitung zur Festnahme zehntausender jüdischer Bürger an, 9. November 1938
  9. Anordnung des Wiesbadener Regierungspräsidenten an die Polizei, Ausschreitungen gegen jüdische Bürger und Einrichtungen zu verhindern, 9. November 1938
  10. Zerstörung vieler Synagogen in Südhessen durch SA-Trupps, 10. November 1938
  11. Wiesbadener Regierungspräsident gibt Handlungsfreiheit gegen Eigentum deutscher Juden, 10. November 1938
  12. Zerstörung der Marburger Synagoge durch Brandstiftung der SA, 10. November 1938
  13. Verwüstung der Synagoge in Bad Nauheim, 10. November 1938
  14. Zerstörung der Synagoge in Herborn, 10. November 1938
  15. Bericht über die Zerstörung der Synagogen in Südhessen durch die SA, 11. November 1938
  16. Propagandistische Darstellung der Pogrome in Frankfurt, 11. November 1938
  17. Bericht über die Auswirkungen der Judenpogrome in Frankfurt, Mitte November 1938
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde