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Absage des "Tags der offenen Tür" auf der Rhein Main Air Base, 17. Februar 1989

Der alljährlich von den amerikanischen Streitkräften auf der Rhein Main Air Base in Frankfurt am Main ausgerichtete "Tag der offenen Tür" wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Eine Sprecher der Militäreinrichtung erwidert eine entsprechende Anfrage der Presse mit dem Hinweis, dass sich die Rhein Main Air Base einer Entscheidung des Oberkommandierenden der US-Luftstreitkräfte in Europa (USAFE), General Kirk, anschließen werde, der wegen des Flugschau-Unglücks in Ramstein alle Flugtage und "Tage der offenen Tür" der amerikanischen Luftwaffe in der Bundesrepublik abgesagt hat. Zwar untersteht die Rhein Main Air Base nicht der USAFE, sondern dem Militärischen Lufttransportkommando (Military Airlift Command) der Luftstreitkräfte. Jedoch werde sich der Stützpunkt dem Entschluss des Generals anschließen, so der Sprecher. Eine weitergehende Entscheidung über die Zukunft der Veranstaltung, bei der in den vergangenen Jahren stets mehr als 100.000 Schaulustige den "Tag der offenen Tür" auf der Air Base besuchten, sei noch nicht gefallen.

Katastrophaler Unfall bei Flugtag in Ramstein im August 1988

Am 28. August des vorangegangenen Jahres war es auf dem von den US-Streitkräften betriebenen Luftwaffenstützpunkt Ramstein Air Base bei Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) während einer Flugvorführung mit Militärmaschinen zu einem folgenschwerem Unfall gekommen. Bei der Darbietung einer spektakulären Kunstflugfigur in niedriger Höhe kollidierten drei Jets der italienischen Kunstflugstaffel "Frecce Tricolori". Eines der Flugzeuge schlug unmittelbar vor dem Zuschauerbereich auf dem Boden auf und explodierte. Das brennende Wrack rutschte weiter in die dicht gedrängten Reihen der Besucher, die unmittelbar an der Unglücksstelle Anwesenden wurden von einer Wolke aus brennendem Flugbenzin überzogen. Bei der Katastrophe starben nach offiziellen Angaben 66 Besucher des Flugtags, die drei italienischen Piloten der abgestürzten Flugzeuge und ein amerikanischer Hubschrauberpilot, dessen Helikopter von einer der Unglücksmaschinen getroffen wurde. Insgesamt wurden rund 1.000 Personen zum Teil schwer verletzt, viele der zivilen Gäste der Veranstaltung erlitten schwere und schwerste Verbrennungen. Das Flugtagunglück von Ramstein führt in den folgenden Jahren zu einem grundsätzlichen Umdenken in Bezug auf öffentliche Kunstflug-Vorführungen und die Organisation des Notfallrettungswesens in Deutschland.
(KU)

Belege
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.2.1989, S. 57: "Die Air Base bleibt für Besucher geschlossen".
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Absage des "Tags der offenen Tür" auf der Rhein Main Air Base, 17. Februar 1989“, in: Zeitgeschichte in Hessen <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/5332> (Stand: 16.8.2017)
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