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Regesten der Landgrafen von Hessen

1462 August 13

Landgraf Ludwig erhält Hofgeismar als Pfand von Mainz

Regest-Nr. 11962

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Marburg, Urkunden, Abteilung Stadt Hofgeismar. Das wohlerhaltene Siegel hängt an.
Abschriften: Staatsarchiv Marburg, Urkunden, Verträge mit Mainz, gleichzeitig, vidimiert.
Drucke: Falckenheiner, Geschichte hessischer Städte 2, Nr. 37; Gundlach, Mainzer Stiftsfehde, S. 78-81 Nr. 5.
Regesten: Gundlach, Mainzer Stiftsfehde, S. 78 Nr. 5.
Regest
Grebenstein. - Landgraf Ludwig bekennt, daß ihm Erzbischof Adolf [von Mainz] für geleistete und zu leistende Kriegshilfe gegen Diether von Isenburg laut inserierten Reversbriefes d.d. Cassel 1462 Juli 23 die Stadt Hofgeismar wiederlöslich für 5000 rhein. Gulden verpfändet habe, und verspricht, die genannte Stadt bei ihren Privilegien zu erhalten.
Originaltext
Von gots gnaden wir Ludewig lantgrave zu Hessen, grave zu Cziegenhain und zu Niedde, bekennen uffinbar mit diesem brive und thun kunt allen die ine sehin und horen lesen fur uns und alle unser erben, als der ernwirdigst in got vater herr Adolf, erwelter und bestetigter zu Mentz, der heilgen romischen richs durch Germanien ertzcantzler und kurfurst, unser besonder lieber herre und neve, umb hielf und biestand wir ime wider ern Diethern von Isenburg, ettwann erwelten zu Mentz und sine anhenger ertzeigt und getan habin und furder thun sullen und wullen, uns und unsern erbin funfthusent gulden rinischer werung uf siner und des stiefts zu Menntz stad Hobegeismar uf ablosung bewieset und verschrieben hat, dafur die ersamen burgermeister, rath und gantz gemeinde mit des stiefts zu Mentz rechten und gefellen doselbs uns und unsern erbin gewarten sullen, so lange biß solche funfthusent gulden abgeloist und betzalt seint, nach lute des brieves wir daruber gegebin habin, der von worten zu worten hernachgeschrieben stehit und also ludet:
Von gots gnaden wir Ludwig, lantgrave zu Hessen, grave zu Cziegenhain und zu Niedde, bekennen uffintlich in diesem brive fur uns und alle unser erbin und thun kundt allirmeniglich die ine ansehin und horen lesen. Als unser heiligster vater der babst Pius der ander mit rathe der heiligen romischen kirchen cardinale und verwilligung unsers gnedigsten herren des romischen keysers Diethern von Isemburg, ettwann erwelten zu Mentz umb siner sweren ubirtretung und verhandelung unnd auch umb andrer redelicher merglicher ursach willen des selbin stiefts zu Mentz entsatzt und den erwirdigsten in got vater, hern Adolffen, erwelten und bestetigten zu Mentz, des heilgen romischen richs durch Germanien ertzcantzler und curfursten, unsern besondern lieben herren und neven damitt versehin hat, doran sine liebe, der gnante Diether von Isemburg wider bebstlich und keyserlich entsetzung und gebote irret und sine liebe und die sinen mit sinen anhengern beschedigt, das uns der gnant unser herre und neve herr Adolf erwelter und bestetigter zu Mentz etc. mit wilen und verhengnus der wirdigen und ersamen ern Richardts vom Obirstein dechands und des capittels des dhumstiefts zu Mentz umb hielf und biesant, wir siner liebe wider den gnanten von Isemburg und sine anhenger ertzeigt und getan habin und furtter biß zu ende des selbin kriegs thun sullen und wullen, funfthusent gulden rinischer werung uf siner und sines stiefts stad Hobegeysmar und allen sinen und sinen stiefts rechten, gefellen, renthen und allen zubehorungen, die er und sin stieft zu Geysmar habin und dohin gehoren, doselbs bewieset und verschrieben hat also bescheidenlich, das die ersamen burgermeister rath und gantz gemeinde der gnanten stadt Geyßmar und ire nachkomen uns und unsern erbin fur solche funfthusent gulden verhafft undm it allen sinen und sines stiefts zu Mentz rechten, gefellen, renthen und allen zubehorungen wie obgerurt ist, doselbs zu gewarten verbunden sein und uns auch volgen sullen, inmassen sie sinen vorfarn und dem stieft zu Mentz bißher getan haben und pflichtig sein zu thunde, auch eyde und globde daruber thun, sich gein uns und unsern erbin damitde also zu halten, dwiele die obgemelte summe funfthusent gulden umbetzalt und unabgelost seint. Es sullen auch wir und unser erbin die benanten stad Hobegeysmar mit ihren zugehorungen, auch alle burger und inwoner doselbs, ire nachkomen, die iren und das ire die tziit so sie also in unsern handen stehin, schutzen, schirmen und verteidingen glich unsern eigen landen und luthen, und nach unserm besten vermogen. Und wir sullen sie auch bei iren alten frieheiten, rechten und herkomen, als sie die bei des vorgnanten hern Adolfs, erwelten und bestetiten etc. vorfarn und dem stieft zu Mentz gehabt und herbracht haben, unverhindert und unbeschedigt blieben lassen, sie daruber nicht anlangen, bedrangen eder besweren mit keynen sachen, und ine des verschriebung thun, sie bei alder grieheit und herkomen zu lassen, und so die funfthusent gulden vorberurter werung uns eder unsern erbin von dem vorgnanten hern Adolfen erwelten und bestetigten zu Mentz etc., sinen nachkomen und stieft widergegebin, betzalt und abgelost seint, der ablosung wir ine gestatten, gewachen gehorsam sein und dorin nicht legen sullen wilche tziit ine das gelegen und ebin ist, alsdann so sullen die gnanten stad Hobegeysmar mit irer zubehorung, burgermeister, rath und gantz gemeinde doselbs, ire nahckomen, die iren und das ire aller pflicht volge globde und eyde, die sie uns und unsern erbin gethan habin, entbunden, ledig und loß, und uns nicht mehr verbunden, auch alle brieve, was der von beiden teiln daruber gegebin weren, toit craftloss und unmechtig sein. wer es auch das der vorgnant her Adolf, erwelter und bestetigter zu Mentz etc., von unserm heiligsten vater dem babst mit verwilligung unsers gnedigsten herren des romischen keysers des stiefts zu Mentz mit recht entsatzt wurde, alsdann so das also geschen were, so sulten die von Geysmar allir eyde und globde ledig und loß und uns und unsern erbin nicht furtter verbunden noch behaft sein, sondern sich nach altem herkomen an das capittel des dhumstiefts zu Mentz halten, ußgeslossen alle argelist und geverde. Und des alles zu warem orkund und bekentnus han wir unser furstlich siegil fur uns und unser erben an diesen brief thun hencken, der gebin ist zu Cassil am fritag nach Marie Magdalene anno domini millesimo quadringentesimo sexagesimo secundo.
Wann nu in solchem brieve clerlich bestymmet ist, das wir und unser erbin dieselbin stad Hofgeysmar mit allen iren zugehorungen, burgermeister, rath und gantze gemeinde und alle inwoner doselbs, ire nachkomen, die iren und das ire bei alden frieheiten, rechten, herkomen und gnaden lassen sullen, als gereden und globen wir in guten waren truwen bei unsern furstlichen eren und wirden mit craft dieses brieves fur uns und alle unser erbin, daswir unser erbin und die unsern die vorgnant stadHobegeysmar mit alle zubehorungen, auch die burgermeister, rath, gantz gemeinde, alle inwoner geystlich und werntlich, ire nachkomen, die iren und das ire bei allen und iglichen iren alden gewonheiten, frieheiten, rechten und herkomen, als sie die von dem stieft zu Mentz inewendig und ußwendig der stad Hobegeysmar biß uf datum dieses brives gehabt und herbracht habin, umbedrangt und unbeschedigt blieben lassen, ine die unverbrochen und unverseret halten und sie daruber nicht further anlangen, bedrangen, noitigen eder besweren noch zu thun gestaten mit keinen sachen, wie die gesein mochten, nichts ußgenomen, sondern sie die tziit, so sie in unsern handen stehin getruwlich glich unsern eigen landen und luthen schuren, schutzen, schirmen und verteidingen, alle argelist und geverde hierinn ganntz ußgescheiden. Des zu urkund und warem bekentnus habin wir Ludwig lantgrave zu Hessen obgnanter unser furstlich siegil an diesen brief thun hencken, der gebin ist in unser stad Grebinstein am fritage nach Laurencii militis martiris anno domini millesimo quadringentesimo sexagesimo secundo.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Weitere Personen

Hessen, Landgrafen, Ludwig II. · Mainz, Erzbischöfe, Adolf II. von Nassau · Mainz, Erzbischöfe, Diether von Isenburg · Pius II., Papst

Weitere Orte

Kassel · Grebenstein (Landkreis Kassel) · Hofgeismar · Mainz, Erzbischöfe · Mainz, Stift

Sachbegriffe

Erzbischöfe · Pfandschaften · Privilegien, Bestätigen der · Hilfe, militärische · Reversbriefe · Landgrafenitinerar · Währungen, Rheinische Gulden · Päpste · Renten · Gefälle · Mainzer Stiftsfehde

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Gundlach, Mainzer Stiftsfehde

Original

Gundlach, Mainzer Stiftsfehde

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 11962 <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/11962> (Stand: 17.2.2014)
 
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