Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Gießen

Stadtteil · 159 m über NN
Gemeinde Gießen, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lage und Verkehrslage:

Stadt mit komplexem Grundriss beiderseits der Lahn im Mündungstrichter der Wieseck in Tallage am Südende des Gießener Beckens. Kernbereiche der Siedlung auf dem linken Lahnufer. Ausgangspunkte für die Ausdehnung im siedlungsungünstigen Lahnaugebiet und auf den umliegenden Hügeln sind eine im Schwemmland des Wieseckdeltas errichtete Wasserburg im Nordwesten und das landgräfliche Schloss (Altes Schloss) im Nordosten. An diese Achse nach Süden in nahezu dreieckiger Form anschließend und mit der Stadtmauer dem Verlauf der Wieseckarme folgend Siedlung mit gleichmäßiger Parzellierung der Grundstücke, Kirche östlich der Wasserburg und kleinflächigem Marktplatz in zentraler Lage. Regelmäßigkeit ist in der Anlage und den planlos verlaufenden Straßen nicht zu erkennen. Deutlich ist der Bezug auf die Stammburg Gleiberg wenige km nordwestlich, den auch der Verlauf der Marktstraße als Hauptachse in Nord-Süd-Richtung erkennen lässt. Erste Ausdehnung der Siedlung vor der Stadtmauer zunächst nach Westen zur Lahn hin (Neustadt), dann nach Norden vor dem Waldtor sowie unter Einbeziehung des Kreuzplatzes (Wegekreuz) und des Hospitals entlang des Seltersweg nach Süden. Im Zusammenhang mit der weiteren Ausdehnung der Siedlung fielen die älteren Orte Achstatt und Diedolshausen im Norden, Kroppach im Westen, Läufertsrod im Nordwesten, Selters im Süden sowie Ursenheim im Westen wüst. Erhebliche Flächenerweiterung und Umgestaltung zur Festung durch die Anlage von Wall und Graben seit 1533. Nach deren Zerstörung 1547 werden die Arbeiten ab 1560 fortgesetzt und die Wälle mit Kasematten unterbaut. Im 17. Jahrhundert 4 Torbasteien mit seitlich verschobenen Dreieckschanzen, über welche die Straßen im Winkelzug in die Stadt führen. Der mittelalterliche Ort mit seinem Markt blieb dabei weitgehend erhalten und ging in der neuen, häufig umgestalteten Festung auf, da eine symmetrische Gliederung der Verkehrswege und Baublöcke nicht vorgenommen wurde. Die vom alten Stadtkern aus expandierenden Viertel sind deshalb lediglich in einzelnen Straßenzügen regelhaft, unterliegen aber ansonsten keinem Gesamtplan. Die Ausdehnung erfolgt im Wesentlichen in N-S-Richtung und nach O, wohingegen die W-Ausdehnung durch die Lahn begrenzt wird. Nach Abtragung des Festungswerkes zu Beginn des 19. Jahrhunderts Ausbau vor dem Nord- und Süd-Tor sowie nach Osten entlang der Grünberger Chaussee. Die neu entstehende Bahntrasse schneidet die Stadt vom Fluss ab. Es entstehen neue Stadtviertel im Bereich des Bahnhof am Seltersberg und der Kliniken im Südwesten (Klinikviertel) sowie an der Langzeile der Ludwigstraße. Der Westarm des Siedlungskreuzes bleibt hingegen wenig entwickelt. Mit den 1939 eingemeindeten Orten Wieseck, Kleinlinden und Schiffenberg entwickelt sich ein Baukörper, der nach starken Zerstörungen im 2. Weltkrieg (im Altstadtbereich zwischen 60 bis 100 % der Gebäude) und des daraufhin erfolgten raschen Wiederaufbaus ein inhomogenes Aussehen mit verschiedenen Bautypen in willkürlicher Anordnung bietet. Bauten der Besatzungsmacht greifen nach Osten aus (Eichgärtenviertel) und bilden im Nordosten einen eigenen Bereich bei Ursulum zwischen Gießener Ring und Rödgener Straße/Udersbergstraße. Im Süden und Norden Erweiterung des Baugeländes (Wartwegviertel bzw. Marburger Straße). Der Anlagenring zeichnet noch heute die Konturen der Festungswerke nach und umschließt den alten Stadtkern mit seiner gebliebenen Bedeutung. Aus dem komplexen Erscheinungsbild des modernen Stadtgrundrisses mit großen Neubaugebieten heben sich ferner die Gewerbegebiete im Schiffenberger Tal, an der Rödgener Straße, am Stadtrand von Gießen-Wieseck und in Gießen-West besonders hervor.

Bei Großen-Linden gabelt sich die B 3 im Zuge der alten Landstraße Frankfurt-Bremen bzw. Kassel (Weinstraße), die, den Siedlungsplatz Gießen im Westen und Osten zunächst umgehend, nach Norden führte. Ein Zweig durchschreitet die Lahn nordwestlich von Kleinlinden in Richtung Heuchelheim. Der östliche Zweig gabelt sich etwa am Wartweg und überschritt die Lahn einerseits an der heutigen Brückenstelle und andererseits den Aulweg als Abkürzung nutzend an einer schmalen Stelle der Wieseck-Aue. Nach Führung durch den Kernbereich der Stadt stieg die Bedeutung dieser Süd-Nord- Achse im 15. Jahrhundert durch die Verlegung des Handelsweges Frankfurt-Friedberg-Grünberg-Kassel über Gießen-Marburg. Die Süd-Nord-Verbindung wird bei Giessen in West-Ost-Richtung von der B 49 im Zuge der alten Landstraße vom Rhein über Wetzlar nach Grünberg gekreuzt. Wichtige Ausfallstraßen führen nach Wißmar, Alten-Buseck, Lich, Garbenteich, Watzenborn-Steinberg, Leihgestern, Lützellinden, Heuchelheim und Krofdorf. Anschlüsse an Bundesautobahn 45 Dortmund - Gießen (Sauerlandlinie), Bundesautobahn 5 und 7 Hamburg-Basel sowie Gießener Ring um die Stadt (1975 eröffnet).

Bahnhof der Eisenbahnlinie Kassel – Frankfurt am Main ("Main-Weser-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 25.8.1850, 15.5.1852). Auch der am 11.12.2004 in Betrieb genommene Haltepunkt Gießen Oswaldsgarten liegt an dieser Strecke, desgleichen der Betriebsbahnhof Gießen Bergwald.

Endbahnhof der Eisenbahnlinien Burbach – Gießen ("Dilltalbahn";"Hellertalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 12.1.1862), Gießen – Fulda ("Vogelsbergbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 29.12.1869) (auch die Haltestellen Gießen Licher Straße und Gießen Flughafen liegen an dieser Strecke), Eisenbahnlinie Gießen – Gelnhausen ("Lahn-Kinzig-Bahn") (Inbetriebnahme der Strecke 29.12.1869) (die Haltestelle Gießen Erdkauter Weg liegt ebenfalls an dieser Strecke)und Eisenbahnlinie Gießen – Biebertal/Bieber ("Biebertalbahn"; "Bieberlieschen") (Inbetriebnahme der Strecke 19.8.1898) bis zur Stilllegung der Strecke am 30.4.1963. An dieser Strecke lagen auch der Bahnhöfe Gießen/West und Gießen/Hardtallee.

1925-1934 Zivilflugplatz, danach militärische Nutzung (Lage: Ochsenwiese in der Wieseckaue)

Ersterwähnung:

1197

Siedlungsentwicklung:

Die Teilung des Gleiberger Territoriums Mitte des 12. Jahrhundert und die Entscheidung, eine Wasserburg in strategisch günstiger Lage für den Aufbau eines neuen Territoriums zu errichten, stehen am Anfang der Siedlungsentwicklung. Unmittelbar an die von Wilhelm von Gleiberg und Salome angelegte ummauerte Burg im Bereich "Am Burggraben" schlossen sich ein romanischer Kapellenbau und eine Siedlung mit gehobener Bevölkerungsschicht und dreieckigem Marktplatz an, die von einer Mauer umgeben war. Neue archäologi

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Ortsteile:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

um 1750

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3477141, 5605420
UTM: 32 U 477076 5603618
WGS84: 50.58401777° N, 8.676186868° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531005010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 14369, davon 5801 Acker, 1830 Wiesen, 4979 Wald
  • 1961 (Hektar): 5750, davon 1990 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1502: 273 Männer
  • 1577: 605 Hausgesesse
  • 1630: 636 Hausgesesse (313 über 30 J., 178 unt. 30 J.), 121 Witwen, 116 Vormundsch
  • 1669: 3531 Seelen
  • 1742: 14 Geistl./Beamte, 677 Untert., 85 Junge Mannschaften, 46 Beisassen/Juden
  • 1804: 4946 Einwohner
  • 1834: 7878 Einwohner
  • 1885: 19002 Einwohner
  • 1925: 33600 Einwohner
  • 1939: 46557 Einwohner (zusammen mit dem Eingemeindungen Kleinlinden und Wieseck)
  • 1950: 46709 Einwohner
  • 1961: 66291 Einwohner
  • 1970: 80208 Einwohner
  • 1981: 76092 Einwohner

Diagramme:

Gießen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1197/1203-1264/65: Grafschaft Giessen
  • 1263: Amt Gießen (Amtmann) (zum Umfang des Amtes s. Mittelpunktfunktion)
  • 1567-1604: Amt der Lfgsch. Hessen-Marburg
  • Seit 1604 Landgrafschaft (seit 1803 Großherzogtum) Hessen-Darmstadt und Einrichtung einer für Oberhessen zuständigen Regierung in Gießen (ab 1832 "Provinzialdirektion" bis 1937)
  • 1789: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Regierungsbezirk Gießen, Anteil am Fürstentum Oberhessen, Oberamt Gießen
  • 1821: Landratsbez.,
  • 1832: Landkreis Gießen
  • 1848: Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Landkreis Gießen
  • 1938: Stadtkreis Gießen
  • 1952: Kreisfreie Stadt Gießen
  • 1977: Kreisfreie Stadt Lahn
  • 1979: Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1821: Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Gießen
  • Stadtgericht 1248 zu erschließen (scultetus, scabini et burgenses universi in Giessen), 1280 gerichte. Gerichtsherrschaft stets durch den Stadtherrn bzw. seinen Vertreter ausgeübt. Unsicher, ob die Kompetenz des Stadtgericht die Hochgerichtbarkeit einschloß, oder ob dafür ein besonderes (Land-)Gericht als Vorläufer des späteren, kurz vor 1587 in Gießen eingerichteten Halsgericht zuständig gewesen ist. Ein das ganze Amt umfassendes Gericht ist nicht nachweisbar. 1576 ist der Galgen zwischen Gießen und Wieseck erneuert worden, 1579 "Galgenweg". - Gerichtsstätten: ante capellam nostram 1248; iuxta capellam 1276; in cimeterio penes capellam 1285; Rathaus 1396. - 1248: Schultheiß, 7 Burgmannen und 5 Schöffen (vgl. Ziff. 2 c); 1315: Schultheiß, Burgmannen und Schöffen (insges. 14 Personen). Der Schultheiß leitet als Vorsitzender des Schöffengericht zugleich die städt. Verwaltung und vertritt die landesherrl. Interessen. Ursprünglich war er vielleicht mit der Person des Amtmannes identisch. Der große Anteil der Burgmannen an den Rechtsgeschäften geht nach 1371 zurück. 1587: 12 Schöffen, ergänzt durch Zuwahl aus dem Rat, Vereidigung durch den Rentmeister. - Die Funktion des Oberhofes hat 1493 das Marburger Kanzleigericht, 1529 das Stadtgericht Marburg

Herrschaft:

Ursprüngl. zur Grafschaft Gleiberg gehörig. 1197/1203-1264/65: Grafschaft Gießen im Besitz der Pfalzgrafen von Tübingen. 1248 Stadtgericht 1264/65: Übergang in den Besitz der Landgraf von Hessen, seitdem Amt bzw. Gericht 1334/38: Verpfändung der Burg bzw. der Stadt Gießen an die Herren von Falkenstein. 1364/65 Wiedereinlösung der H durch Gf Johann von Nassau-Weilburg (Löffler, Herren von Falkenstein Bd. 1 S. 284). 1367 an Landgraf Hermmann zurückgegeben. 1384 wird Graf Wilhelm von Katzenelnbogen die Hälfte von Schloß und Stadt verpfändet.

Die Burg Gießen war vermutl. schon vor der Ersterwähnung mit Burgmannen besetzt, 1229 wird Bernhelm Pancuch erstmals genannt. Der 1248 erwähnt scultetus Konrad war als landesherrlicher Beamter allein den tübingischen Grafen verantwortlich. 1263 wird er als officialis bzw. officiatus noster vel scultetus (Kraft, Geschichte von Gießen Urkundenbuch Nr. 24 f.) bezeichnet. Er saß dem Schöffenkollegium als Stadtgericht vor. - Mit dem Kauf der Stadt Gießen durch Heinrich I. 1264/65 wurde ein strategischer Vorposten der Lgsch. gegenüber dem Erzstift Mainz eingerichtet (Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr. Nr. 84). 1270 sind vier landgräflich Burgmannen belegt, deren Zahl in der Folge schwankt. 1271 landgräflich Schultheiß Friedrich Krug. 1333/34 wird Lupelin von Göns als eyn ametmann bzw. officiatus des Landgraf bezeichnet. 1380 einigen sich Landgraf Hermann und Graf Wilhelm von Katzenelbogen in ihrem Burgfrieden darauf, die Amtleute gegenseitig nicht zu behindern. 1377 Kellner erwähnt, 1403 Rentmeister

Gemeindeentwicklung:

Stadtgründung unter den Pfalzgrafen von Tübingen in Anlehnung an die Burg. 1248 scultetus, scabini et burgenses universi in Giessen als Aussteller einer Urkunde mit Stadtsiegel gen. (Schenk zu Schweinsberg, Alt-Gießen, S. 247f = Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3 Nr. 54), 1250: milites et scabini; die Burgmannen verfügen über ein eigenes Siegel. 1264 universitas civitatis Giessen - Stadtsiegel von 1248 (Ortswappenbuch Nr. 298). Nach dem Übergang an die Landgrafen von Hessen stets lgf. mit Ausnahme in Zeiten der Verpfändung (vgl. Ziff. 3 a). An der Spitze der Verwaltung standen zunächst der Schultheiß sowie die in der Zahl schwankenden, vermutlich aber 12 Schöffen und Burgmannen. 1307: scultetus, scabini, consules ceterique opidani in Giessen 1325 verleiht Landgraf Otto I den Bewohnern der Neustadt Giessen alle diejenigen Rechte und Gewohnheiten, welche bisher allein die Bürger der älteren, innerhalb der Mauern gelegenen Siedlung innehaben. 1367 weist Landgraf Heinrich Burgmannen, Bürgermeister, Schöffen und Rat an, Johann von Nassau zu huldigen. 1371 urkunden Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Giessen. Der Einfluß der Burgmannen geht im 14. Jahrhundert zurück. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts Einsetzung der "Vier von der Gemeinde" zur Mitwirkung an den städtischen Verwaltungsgeschäften, vorrangig der Steuererhebung und Rechnungsführung; 1414 abgeschafft, 1430 von Landgraf Ludwig I. im Rahmen der Verleihung neuer Stadtrechtsprivilegien wieder eingeführt. Die Ratsmitgliedschaft wurde auf Lebenszeit festgesetzt (ohne künftige Nachwahl); Ratsleute begegnen jedoch weiterhin. Im Schöffenkollegium sollte künftig jew. nur 1 Angehöriger einer Familie vertreten sein. Doppelung aller Stadtämter (Bürgermeister, Weinkäufer, Brot- und Fleischbeseher). 1572 sechs Gemeindevertreter (später "Mittlerer Rat") und 12 Schöffen ("Schöffenrat") zur Erledigung städtischer Angelegenheiten. Zudem seit 1568 XVIer Rat zur Wahl des Oberbürgermeisters und der sechs dem Schöffenkollegium beizuordnenden Personen sowie Kontrollfunktion innerhalb der Verwaltung. Im 16. Jahrhundert zunehmend stärkerer lgf. Einfluß auf die städt. Selbstverwaltungsorgane durch Einschränkung des Wahlrechts. 1722 landgräflich Stadtreglement und Einführung des Amtes des Stadtrentmeisters, das die Verwaltung aller Ämter bis auf das Bauamt bündelte. Weitgehende Ausschaltung der städtischen Ratsgremien. 1778/9 renovierte Fassung des Reglements. 1821: Einführung der Gemeindordnung des Großherzogtums Hessen-Darmstadt. 1874: Städte- und Landgemeindeordnung. - scultetus, scabini et burgenses universi 1248; consules 1307; Bürgermeister 1367; Ende 14. Jahrhundert "Vier von der Gemeinde"; XVIer Rat 1568; Stadtrentmeister 1722

Am 1.4.1939 Eingemeindung von Wieseck, Kleinlinden und Schiffenberg

1.4.1953: Umgemeindung eines bewohnten Flurstücks (5 Einw.) nach der Gemeinde Heuchelheim.

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Stadtgemeinde s. Gießen, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Gießen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1272 befreit Landgraf Heinrich die Höfe des Klosters Arnsburg in Grünberg und Giessen, die von den Mönchen bei Abwicklung ihrer Geschäfte in diesen Städten aufgesucht werden, von jeder Steuer und Bede und befiehlt den Schultheißen, Amtmännern und Schöffen in diesen Städten, nicht zu gestatten, daß die Mönche in landgräflich Gebiet von irgend jemanden belästigt werden (Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr. Nr. 166).
  • 1306 vermacht der Ritter Hermann von Buseck einen Zins von einem Haus in Giessen Kloster Schiffenberg. 1366 verkauft Bechtold Fogelere Haus, Garten und allen Zubehör vor der Waltporten zu Giessen gelegen.
  • Stift Zelle (Schiffenberg) verfügt im 14. Jahrhundert über Pachteinnahmen (Römer, Einkünfteverzeichnisse).
  • 1366 und 1392 ist Besitz des Deutschen Ordens in Marburg in Giessen erwähnt.
  • 1392 kauft der Deutsche Orden auf dem Schiffenberg eine Gülte von einem Hof vor der Waldpforte zu Giessen (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3 Nr. 1065, 1245, 1405). 1414 gibt der Landgraf Eckhard Schlaun als Burglehen den Burgsitz in der alten Burg Giessen, eine Hufe zu Lunsbach sowie einige Geld- und Fruchteinkünfte zu Kleinlinden und Wieseck (Demandt, Regesten Kopiare 1 Nr. 525)
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kapelle 1248. Pleban 1265. Pfarrkirche 1334/1508.
  • 1892: Vier Stadtkirchengemeinden.
  • 1954: Acht Stadtkirchengemeinden.
  • Spitalskapelle 1393/1471.
  • Kapelle der Feldsiechen 1501. 1. Hälfte XIX. Jahrhundert abgebrochen.
  • Burgkirche 1645/1658; 1702 Teilung der Burgpredigerstelle. 1824 Kirche abgebrochen.

Patrozinien:

  • Pankratius (Stadtkirche, 1336); Maria (Stadtkirche, 1336); Heilig Geist (Spitalskapelle); Elisabeth (Spitalskapelle); Bartholomäus (Kapelle der Feldsiechen)

Pfarrzugehörigkeit:

Bis zur Reformationszeit Filiale von Selters.

Patronat:

Landgrafen von Hessen

Klöster:

  • Schwestern vom allerheiligsten Heiland seit 1882

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Daniel Greser 1532-1542

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendpflichtig nach Großen-Linden

Juden:

Juden seit 1344 in Gießen nachweisbar, starker Zuzug von Juden zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Dauerhafte Gemeindebildung nach 1695. Gründung der neuen Gemeinde 1978. - 1620: 23 jüdische Familien, 1770: 86, 1828/30: 192, 1890: 720, 1905: 913, 1925: 1017, 1935: ca. 500, 1950: ca. 20 Juden. - 1932/35 sind die 290 steuerpflichtigen Juden überwiegend als Kaufleute und Händler tätig; daneben 5 Rechtsanwälte, 3 Zahnärzte, 4 Ärzte, 6 Lehrer, Studienräte und Referendare, 9 Fabrikanten, 2 Weinhändler, 1 Juwelier sowie als Handwerker 8 Metzger, 4 Schneider, je ein Bäcker, Schuster, Installateur und Theaterarbeiter. Einige Banken in jüdischem Besitz. - Seit 1887 Spaltung in zwei jüdische Gemeinden: Liberale jüdische Religionsgemeinde und orthodoxe jüdische Religionsgesellschaft. Synagoge kurz vor 1800 in der Zotzelgasse errichtet, 1869 Weihe der neuen Synagoge in der Südanlage. 1900 Weihe der Synagoge der orthodoxen jüdischen Religionsgesellschaft in der Steinstraße 8. - Als Friedhof diente bis 1826 der in Großen-Linden, ab 1836 eigener Friedhof angrenzend an den Alten Friedhof der Stadt (Licher Straße). (alemannia-judaica)

Kultur

Schulen:

Städt. Lateinschule seit ca. 1535. 1627 Umwandlung in eine erweiterte Stadtschule, 1808 in Volksschule. - 1838 Umwandlung des Paedagogiums der Universität in ein staatl. Gymnasium (Landgraf-Ludwig-Schule). - Städt. Realschule seit 1837, aus der 1884 das Realgymnasium, später Herder-Gymnasium, und 1904 eine Oberrealschule, später Liebig-Gymnasium hervorgehen. 1841 Erweiterte, ab 1881 Höhere Mädchenschule, seit 1925 Lyzeum, später Gymnasium. Mehrere Berufs- und Berufsfachschulen. - Aliceschule (seit 1878), Friedrich-Feld-Schule, Max-Weber-Schule, Theodor-Litt-Schule und Willy-Brandt-Schule 1968: Gründung der Gesamtschule Gießen-Ost als integrierte Gesamtschule in Gießen. 1938: Städtische Handelslehranstalt mit Wirtschaftsoberschule. 1946 Ausbau der früheren "Gewerbe- und Maschinenbauschule" zu Polytechnikum (Hoch-, Maschinenbau, Elektrotechnik).

Universität (Ludoviciana, Ludwigs-Universität, seit der zweiten Nachkriegszeit Justus-Liebig-Universität). Lutherische Gründung des Landgrafen Ludwig V. von Hessen-Darmstadt gegen die kalvinistische Universität in Marburg der hess.-kassel. Linie. 1605 "Gymnasium illustre" mit angeschlossenem "Paedagogium" als Vorschule errichtet. 1607 Stiftungsprivileg Kaiser Ruldolfs II. und Aufnahme der aus Marburg vertriebenen lutherischen Professoren. Als Ausstattung dienten Gebäude und Vermögen der säkularisierten Klöster, vor allem des Antoniterklosters von Grünberg. 1625-1649: Verlegung der Universität Giessen nach Marburg. Nach weitgehender Zerstörung im 2. Weltkrieg 1946 Entstehung der Justus-Liebig-Hochschule, in der Landwirtschaft, Veterinärmedizin sowie Naturwissenschaften und seit 1950 die Humanmedizin zusammengefaßt wurden. 1957: Wiederherstellung des Universitätsstatus.

Hospitäler:

Hospitäler und Krankenhäuser. Hospital zum Heiligen Geist und St. Elisabeth zu Gießen Ende des 13. Jahrhundert gegründet zunächst als Herberge für Pilger, diente es später der Versorgung von Kranken, Armen und alten Leuten.

Kultur:

Kulturelle Einrichtungen: 1920 Einrichtung eines Liebig-Museums in den Räumen seines ehem. Instituts. 2002 Eröffnung des Mathematikums. Oberhessisches Museum und Gail'sche Sammlung.

Universitätsbibliothek.

1907: Eröffnung des Stadttheaters.

Historische Ereignisse:

Seit Gründung der Wasserburg im 12. Jahrhundert und vor allem nach dem Übergang an die Landgrafen und dem Bau der zweiten Burg zunehmende zentralörtliche Funktionen. Ab 1533 Ausbau der Befestigungsanlagen, 1547 Schleifung der Festung auf Befehl des Kaisers, 1560-1564 Wiederaufbau. 1803-1810: Entfestigung der Stadt durch Schleifung der Anlagen und Beseitigung der Stadttore. Im Gegensatz zu Marburg war Gießen nie Residenzstadt der Landgrafen und hatte, bedingt durch seine Lage, auch nach der Teilung der Linien im 16. Jahrhundert nur zeitweise den Status einer Nebenresidenz.

Kriegerische Ereignisse: Besetzung der Stadt durch die Franzosen im 7jährigen Krieg 1758-1763. 1796 Beschießung durch die österreichische Armee, zeitweise Besetzung durch die Franzosen zwischen 1796-1799. Schwere Zerstörung durch Bombenangriffe im 2. Weltkrieg. 1945 Besetzung durch amerikanische Truppen.

Brände: 1498 Schenkung eines Waldgebiets durch Landgraf Wilhelm III. als Ausgleich für Brandschäden, 1560 Zerstörung des Nordviertels im Bereich des Walltores durch Brand.

Sonstiges: 1525/26 Soziale und religiöse Unruhen in der Stadt im Zusammenhang mit Bauernkrieg und Reformation. 1529 Pestepedemie, 1634-1635 fallen etwa 1200 Menschen der Pest zum Opfer.

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1502 umfaßt das Amt Gießen die Stadt Gießen, Wieseck, Kleinlinden, Klein-Rechtenbach, Steinbach, Garbenteich, Watzenborn, Steinberg, Großen-Linden, Lollar, Mainzlar, Daubringen, Ruttershausen, Heuchelheim, Kinzenbach, Launsbach, Rodheim, Wismar, Allendorf, Annerod, Dornholzhausen, Dutenhofen, Groß-Rechtenbach, Hausen, Hochelheim, Hörnsheim, Kirch-Göns, Lang-Göns, Leihgestern, Pohl-Göns, Reiskirchen, Volpertshausen, Weidenhausen, sowei die Eigenleute des Landgraf im Busecker Tal. 1556 gehören die Städte Gießen und Staufenberg, das Gericht Steinbach, Wieseck, Gemeines Land an der Lahn mit Gericht Lollar, Großen-Linden und Gericht Hüttenberg zum Amt Gießen. 1577 auch die Deutschordenskommende Schiffenberg. Zum Gericht Giessen gehören 1461 und später Wieseck, Kleinlinden und Klein-Rechtenbach. 1787 umfaßte das Oberamt Gießen die Orte Gießen (Stadt und Festung), Großen-Linden (Stadt), Staufenberg (Stadt) sowie Friedelhausen und Hardthof.

Der Landratsbezirk Gießen umfaßte 1821 die Stadt, das Landamt mit Amt Hüttenberg, die Stadt Allendorf/Lumda, die Patrimonialger. Busecker Tal und Hermannstein, Crumbach, Königsberg, Frankenbach, Naunheim und Waldgirmes. 1821 Sitz der Provinzialregierung Oberhessen und eines Justizamtes. Seit 1832 Sitz der Kreisverwaltung des neugebildeten Kreis Gießen.

1867: Garnisonsstadt 1872: Gründung der Handelskammer

Wirtschaft:

Bedingt durch die Verkehrslage zunächst vergleichsweise starke Ausprägung des Gaststättengewerbes. Die übrige Gewerbestruktur blieb bis in die Frühneuzeit wenig differenziert. In der Urkunde über die neue Ratsordnung 1414 fehlen, anders als bei Alsfeld, Grünberg und Marburg, Artikel über Zünfte und das Brauen. Ältester Zunftbrief 1460 für die Wollenweber, die ihre Tuchproduktion hauptsächlich auf die Frankfurter Messen konzentrierten, wo sie 1414 erstmals nachgewiesen sind. Es folgen 1469 landesherrliche Zunftbriefe für die Schneider, 1480 für die Fleischhauer sowie 1491 für die Schuhmacher. Mit 23 verschiedenen Handwerksberufen, in denen Anfang des 16. Jahrhundert 54 Handwerker tätig waren, blieb die Differenzierung gering. 1587 sind folgende Handwerke in insgesamt 9 Zünften organisiert: Wollenweber, Schneider, Fleischhauer, Schuhmacher, Krämer, Gerber, Bäcker, Schmiede sowie Schreiner, Bender und Glaser. Die durch Rodung nutzbar gemachte Gemarkung ermöglicht im 18. Jahrhundert umfangreiche Viehhaltung (Schaf- und Schweinehaltung).

Seit dem 16. Jahrhundert Entstehung zahlreicher Industriebetriebe im 19. Jahrhundert: 1812: Gründung einer Tabakfabrik am Kreuzplatz durch Georg Philipp Gail, ab 1850 mit Vertretung in Baltimore. 1825 Gründung einer zweiten Tabakfabrik durch Georg Heinrich Schirmer. 1830 Firma Busch bzw. Müller, 1839: Zigarrenfabrik Bücking & Kopfer, 1846: Bender & Cie. 1900 waren in 19 Zigarren-, Rauch- und Kautabakbetrieben in der Stadt Gießen 1080 Arbeiter beschäftigt. Große wirtschaftliche Bedeutung für die Umgebung durch das Filialnetz. Niedergang der Tabakindustrie nach dem 2. Weltkrieg. 1863 werden zudem als in Gießen vertretene Industrien genannt: 3 Baumwoll- und Leinenwaren-Fabriken, 1 Wollspinnerei, 1 Corsetten- und Crinolinenfabrik, 1 Portefeuillefabrik, 1 Porcellanmalerei, 1 Chaisenfabrikation, 1 Maschinenfabrik, 1 Türschloßfabrik, 1 Seifenfabrik, 1 Bonbonfabrik, 1 Lampenfabrik, zahlr. Gerbereien, 1 Strumpfwarenfabrikation, 1 Firniß- und Farbwarenfabrik, 1 Essig- und Essigspritfabrikation, 8 Bierbrauereien. Eisengießerei Buderus. 1875 Hochofen in der Nähe des Gießener Bahnhofes angestoßen, ab 1880 als "Margarethenhütte" von der Handelsgesellschaft Buderus betrieben, aber schon 1898 nach Wetzlar verlegt. Gebäude 1890 an die Stadt verkauft. 1876 Gründung einer Maschinenfabrik durch Louis Heyligenstedt mit Sitz im Riegelpfad. Ab 1886/87 Bau der Eisengießerei und Fabrikverlegung bis 1896 an den Aulweg. 1907 ca. 500 Beschäftigte. 1891 Gründung der Wilhelm Gail'schen Dampfziegelei und Tonwarenfabrik u.a. zur Herstellung von Spezialerzeugnissen der Ziegeleiindustrie.

Bergbau. 1843: Erschließung des Brauneisensteinwerkes (zunächst Briel, ab 1854/1863 Ebenezer Waugh Fernie) südlich der Stadt (Gemarkungen Gießen, Schiffenberg, Großen-Linden, Kleinlinden, Leihgestern, Heuchelheim, Allendorf und Steinberg), in dem Braunstein und Manganeisenstein abgebaut wird. Erzlieferungen nach England und Frankreich. Einsatz der Erze in der Textilbleiche, bei der Glasherstellung und Stahlerzeugung. Ab 1898 "Gewerkschaft Gießener Braunsteinwerke vormals Fernie", 1916 von Krupp erworben. Höchste Produktion während der Weltkriege, Niedergang nach dem 2. Weltkrieg. 1888: Gründung der Tonwerke Abendstern.

Brauereien. Denninghof 1860 gegründet, 1881 Brauerei August Pöschel; 1950 Gießener Brauhaus A&Westen Denninghoff Kg

Starker Anstieg an Firmengründungen seit dem Ende der 1870er Jahre mit Herausbildung eines differenzierten Industrie-, Gewerbe- und Handelssektors. Modernisierung des Kreditwesens. Parallel starker Rückgang der Landwirtschaft. Seit 1867 dauerhafte Stationierung des Militärs. Verbesserung der Infrastruktur: Gaswerk zwischen Ostanlage und Wieseck 1856, Eröffnung des Wasserwerks 1883, Eröffnung des Telefonbetriebs 1889, Wasserversorgung durch die Heranführung von Quellwasservorkommen aus Queckborn 1894, Eröffnung des städtischen Schlachthofes 1887, Bau der Kanalisation 1906 abgeschossen, Inbetriebnahme der Straßenbahn 1909.

Chemische Industrie. Fabrik technischer Gummiwaren Poppe & Co. 1911,

Herstellung von Rohrverbindungsstücken aus Rotguß und Kupfer für Hausinstallationen und den Sanitärbereich durch die Fittingsfabrik und Tempergießerei Bänninger 1909.

Stempelfabrik Josef Kreuter (1903).

1925 ergibt sich folgende berufliche Gliederung der Bevölkerung: 1,5 % Land- und Forstwirtschaft, 28,3 % Industrie einschl. Bergbau und Baugwerbe, 28,7 % Handel und Verkehr, einschließlich Gast- und Schankwirtschaft, 41,5 % Verwaltung und übrige Berufe. Unter den im gewerblichen Bereich Selbständigen befanden sich über 80 % Handwerksmeister.

Aufgrund seiner Lage knapp außerhalb der entmilitarisierten Zone gewann Gießen nach dem 1. Weltkrieg als Militärstandort an Bedeutung. Entstehung neuer Militär- und Kasernenanlagen: die Waldkaserne (River Barracks) an der Licher Straße, die Bleidorn-Kaserne (Pendleton Barracks) auf dem Trieb sowie ein Truppenübungsplatz zwischen der ehemaligen Steubenkaserne und Annerod (Hohe Warte); im Süden der Stadt ein großes Militärlazarett. 1935 Umwandlung und Erweiterung des zivilen Flugplatzes in eine militärische Einrichtung. Ausbau Gießens als Verwaltungszentrum in Oberhessen. Nach weitgehender Zerstörung der Einrichtungen und Strukturen kann durch die Stationierung der Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg im militärischen Bereich an die Tradition als Militärstandort angeknüpft werden.

Umfangreiche Errichtung neuer Industrieanlagen 1950-1969.

Universität. Die Universität blieb als Wirtschaftsfaktor in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung zunächst relativ unbedeutend. Bedeutungszuwachs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und, nach längerer Unterbrechung durch die Krise nach dem 1. und die fast völlige Zerstörung im 2. Weltkrieg, durch Rückgewinnung des Universitätsstatus 1957. Bundesbahn größter Unternehmer in Gießen.

Mühlen:

Badenburg, Gänsmühle,Universitätsmühle, Strupp-Mühle, -> Schleifmühle, Klinkesmühle (= Obermühle)

Markt:

1442: Verleihung von 2 achtägigen Jahrmärkten, 1497: Verlegung des Butzbacher Frühjahrmarktes nach Gießen, 1543: Bewilligung von zwei weiteren (eintägigen) Vieh- und Jahrmärkten durch Landgraf Philipp den Großmütigen, 1551 Wochenmarkt nachweisbar, 1678 Einführung eines weiteren Marktes durch Ludwig VII. Mitte 18. Jahrhundert: 7 Jahrmärkte und Wochenmarkt an 3 Tagen. Im 19. Jahrhundert bedeutender Viehhandel (Rinder, Schweine, Pferde und Ziegen). 1880: 30, 1902: 41 Viehmärkte, die jenseits des Viadukts der Main-Weserbahn stattfinden. 1930 führender Viehhandelsplatz im Deutschen Reich. - Daneben zahlreiche Wochen- und Krammärkte. 1856: Wochenmarkt an 2 Tagen auf dem Markt-, Linden-, Kirchen- und Kreuzplatz. 1896: Wochenmarkt an 3 Tagen. 1926 fanden 156 Wochenmärkte statt, die von 130 Erzeugern beschickt wurden.

Münze:

Landgräfliche Münzstätte von 1693-1705

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Gießen, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10298> (Stand: 4.5.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde