Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historical Gazetteer

Die Verbreitung der Konfessionen in Hessen um 1650

Vorbemerkung: Am 5. Mai 2017 wurde im Marburger Landgrafenschloss die Ausstellung #Bildungsereignis Reformation! eröffnet. Das Hessische Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL) hat diese Ausstellung im Jahr des Reformationsjubiläums zum Anlass genommen, das Historische Ortslexikon um Angaben zu den konfessionellen Verhältnissen in fast 2.900 Orten auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes zu erweitern. Für diese Aufgabe konnte die Historikerin Stefanie Funck gewonnen werden. Eine alphabetische Liste ermöglicht den einfachen Zugang zu Städten, Dörfern und Siedlungen, für die entsprechende Daten vorliegen. Sie können die Anzahl der angezeigten Orte über die Funktion Suche eingrenzen im rechten Teil des Bildschirms in mehreren Schritten einschränken und so die Verhältnisse in der Region, dem Landkreis oder der Gemeinde Ihrer Wahl in den Blick nehmen. Die betreffenden Angaben finden Sie im Abschnitt Kirche und Religion eines jeden Artikels im Historischen Ortslexikon: » Städte, Dörfer, Siedlungen A–Z. Alternativ können Sie einen der Sucheinstiege in das Historische Ortslexikon im Menü links wählen, z.B. die » Erweiterte Suche. Beachten Sie bitte auch die » Beispielrecherchen weiter unten auf dieser Seite.

Evangelische Prediger verbreiteten seit 1520/1521 die Lehre Luthers in Hessen. Ab 1526 begann die Einführung der Reformation, zunächst in der Landgrafschaft Hessen, der Grafschaft Waldeck und einigen nassauischen Gebieten. Bis 1550 waren rund 70% aller hessischen Orte evangelisch, bis 1570 über 85%. Seit den 1560er Jahren wandten sich zahlreiche lutherische Regenten dem reformierten Bekenntnis zu. Die katholisch gebliebenen Gemeinden lagen vor allem im Erzbistum Mainz und dem Hochstift Fulda.

Nach den im Augsburger Religionsfrieden von 1555 getroffenen Vereinbarungen entschieden die Landesherren über die Konfession ihrer Untertanen. Änderte der regierende Fürst sein Bekenntnis, musste die Bevölkerung folgen – oft gegen ihren Willen. So wechselten manche Orte mehrmals zwischen dem lutherischen, reformierten und katholischen Glauben. In einigen Orten lebten Evangelische und Katholiken auch gemeinsam und nutzten oft dieselbe Kirche. Die Karte zeigt die Verbreitung der Konfessionen nach dem Dreißigjährigen Krieg in den Grenzen des heutigen Hessens.

» Städte, Dörfer, Siedlungen A–Z

Karte: Die Verbreitung der Konfessionen in Hessen um 1650

Kartengrundlage: Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG)
Kartenbearbeitung: Melanie Müller-Bering / Paul Georg Roth, HLGL


Beispielrecherchen

Mithilfe der » Erweiterten Suche kann sehr flexibel und für beliebige Zeiträume untersucht werden, wo die ersten evangelischen Pfarrer auftraten, in welchen Städten, Dörfern und Siedlungen eine Rekatholisierung stattfand oder welche Orte durchgehend katholisch blieben. Die betreffenden Suchergebnisse können im Kartenbild dargestellt werden.

 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde